Deutliche Kritik an der bisherigen Atompolitik von CDU und FDP hat die SPD Gelnhausen geübt, ebenso am Bundestagsabgeordneten Dr. Tauber, der noch vor wenigen Monaten im Deutschen Bundestag für längere Laufzeiten für die 17 deutschen Atomkraftwerke gestimmt hatte. "Wir erwarten jetzt Konsequenzen: Die Bundesregierung muss ihre gemachten Fehler rückgängig machen. Und wir erwarten, dass sich unser Bundestagsabgeordneter mit aller Entschlossenheit für eine Korrektur der Gesetzgebung in Berlin einsetzt und sich gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern in seinem Wahlkreis erklärt", so die Vorsitzende der SPD Gelnhausen Pia Horst. Als Mogelpackung hat die SPD Gelnhausen zudem die angekündigte Aussetzung der Laufzeitverlängerung für drei Monate bezeichnet. "Hier drängt sich die Vermutung auf, dass sich die Bundesregierung über die anstehenden Landtags- und Kommunalwahlen retten will", so Pia Horst.
Mit der schwarz-gelben Mehrheit stimmte der Bundestag im Oktober 2010 dafür, dass die Atomkraftwerke im Schnitt zwölf Jahre zusätzlich am Netz bleiben. Eine besonderes "Geschmäckle" habe die im Bundestag beschlossene Laufzeitverlängerung auch deshalb, weil die Bundesregierung diese am Bundesrat vorbei beschlossen habe. "Das war der Versuch die Laufzeitverlängerung gegen den Widerstand aus vielen Bundesländern dennoch durchzuboxen - gegen den Willen der Bürger", erinnert Pia Horst. Dafür müsse sich die Bundesregierung nun vor den Menschen verantworten. Nach Meinung der SPD Gelnhausen hätten CDU und FDP ohne Notwendigkeit den von SPD und Grünen beschlossenen Atomausstieg rückgängig gemacht. "Dies war schlicht und einfach ein Geschenk und eine Einladung an die großen Atomkonzerne in Deutschland noch mehr Geld zu verdienen", bringt es Pia Horst auf den Punkt.
Es sei schlimm genug, dass eine Katastrophe von solchem Ausmaß erfolgen müsse, damit die Damen und Herren in Berlin endlich wachgerüttelt würden. Jetzt müsse der Druck aus der Bürgerschaft auf die Bundesregierung wachsen, damit die Laufzeitverlängerungen umgehend zurück genommen würden. Am Beispiel der drittgrößten Industrienation Japan, mit all ihrer hochentwickelten Technologie, sei einmal mehr deutlich geworden, dass die Atomenergie nicht beherrschbar sei. "Abgesehen davon, dass die Frage der Endlagerung und somit einer großen Belastung für künftige Generationen immer noch nicht beantwortet ist", gibt Pia Horst zu bedenken.
Die heimischen Sozialdemokraten sprechen sich einmal mehr für den Ausbau und die Förderung erneuerbarerer Energien aus. "Unser Weg in Deutschland und hier in Gelnhausen muss es sein, den Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort voran zu bringen und solche Projekte umzusetzen, wie wir es in den zurückliegenden Jahren getan haben", so Pia Horst. In diesem Zusammenhang erinnern die Sozialdemokraten an die Projekte, die in den zurückliegenden Jahren in der Barbarossastadt umgesetzt wurden: auf städtischen Liegenschaften wie Kindergärten, Schulen, Sport- und Kulturhallen, Feuerwehrgerätehäusern wurden Photovoltaikanlagen errichtet, oberhalb des Technologie- und Dienstleistungszentrums Herzbachtal der größte Solarpark in der Region erbaut und die Stadtwerke haben ein Biogas-Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Gerade der Solarpark sei ein positives Beispiel dafür, dass man die Energiewende schaffen könne, wenn man den Willen habe, innovative Projekte umzusetzen. "Wir waren gerade vor wenigen Tagen bei einem Ortstermin im Solarpark und haben uns über die Bilanz des ersten Jahres informiert. Dass mittlerweile über 400 Privathaushalte in Gelnhausen mit Strom nur aus dem einen Solarpark versorgt werden können ist beeindruckend", so Pia Horst. Die SPD-Vorsitzende kündigt an: "Wir werden auch in der neuen Legislaturperiode zusammen mit Bürgermeister Thorsten Stolz solche Projekte weiter auf den Weg bringen. Jeder, der dies unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen."
Da passe es auch ins Konzept, dass die Stadt Gelnhausen der Initiative 100 Kommunen für den Klimaschutz beigetreten sei. "Es ist ein großer Erfolg, dass in Gelnhausen mittlerweile mehr als 10 Millionen Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energien in der Barbarossastadt produziert werden. Waren es in 2007 noch 5,2 Millionen Kilowattstunden aus erneuerbaren Energien, so sind es mittlerweile über 10 Millionen. Damit sind wir auf dem richtigen Weg", so Pia Horst abschließend.









